Die Entstehung der Trennung
Wie ist es möglich, dass ich mich von Gott [scheinbar] getrennt habe ?
Als Gottes Sohn liegt seine Macht in mir. Ü-I.38.5
Somit bin ich auch Schöpfer.
Und so kam es:
In der Ewigkeit, wo alles eins ist, kam eine winzig kleine Wahnidee geschlichen, und Gottes Sohn [also ich als reiner Geist] vergass, über sie zu lachen. T-27.VIII.6:2
So wurde diese Wahnidee zu einem ernsthaften Gedanken, fähig der Umsetzung und realen Wirkung. Und deshalb konnte diese Wahnidee zur [scheinbaren] Spaltung, in die Falschgesinntheit, des [reinen] Geistes des Sohnes führen.
So kam es zum Gedanke der Trennung, denn mehr ist es nicht – als ein Gedanke!
Dennoch hat diese merkwürdige Idee, es gebe eine Macht über der Allmacht, einen Ort jenseits des Unendlichen, eine Zeit, die über das Ewige hinausgeht, bestand und manifestiert sich als Welt.
Hier ist nun diese Welt der Götzen [der Ego] entstanden durch diese Wahnidee, dieser Macht und diesem Ort und dieser Zeit sei Form gegeben, und sie würde die Welt gestalten, in der das Unmögliche [die Trennung von Gott] geschehen ist. T-29.VIII.6:2-3
Hierher kommen die Unsterblichen, um zu sterben, die Allumfassenden, um Verlust zu leiden, die Zeitlosen, um zu Sklaven der Zeit gemacht zu werden. Hier verändert sich das Unveränderliche: Der Friede Gottes, der allen Lebewesen in alle Ewigkeit gegeben ist, macht dem Chaos Platz. Und Gottes Sohn, der so vollkommen, sündlos und liebend wie sein Vater ist, kommt, um eine kleine Weile lang zu hassen, Schmerz zu leiden und schiesslich zu sterben. T-29.VIII.6:4-6
Und dann ist da noch die grundlegende Frage: Wie konnte ein solcher Gedanke der Selbsterschaffung, unabhängig von unserem wahren Schöpfer und unserer Quelle, überhaupt entstehen?
Für uns eine nachvollziehbare Frage, dennoch ist es eine Scheinfrage, wie Jesus aufzeigt:
„Allerdings hat es keinen Sinn, eine Antwort mit Bezug auf die Vergangenheit zu geben, weil… es keine Geschichte geben würde, wenn dieselben Fehler nicht in der Gegenwart wiederholt würden. T-4.II.1:3
Obwohl das Ego die Frage nach seiner Herkunft stellt, gibt keine wirkliche Antwort.
Die gründliche Antwort darauf findet sich am Ende des Kurses:
Das Ego wird viele Antworten fordern, die dieser Kurs nicht gibt. Er begreift das, was nur Form einer Frage hat und worauf eine Antwort unmöglich ist, nicht als Frage… es gibt keine Antwort, nur die Erfahrung. Suche nur diese, und lass dich nicht von der Theologie aufhalten. B-Einl.4
Mit anderen Worten: Wer einmal eine Erfahrung von Gottes nondualer Liebe gemacht hat, könnte die dualistische Frage – die wohl aus Angst oder Unwissenheit stammt – nicht mehr stellen.
Und später steht:
Derjenige, der dich bittet, das Ego zu definieren und zu erklären wie es entstand, kann nur jemand sein, der denkt es sei wirklich… B-2.2:5-3:1
Das heisst, solange wir fragen wie das Unmögliche [das Ego] geschah, glauben wir in Wirklichkeit, dass das Ego geschehen ist und daraus die Welt getrennt von, und als Abwehr gegen Gott.
Wenn wir verstehen können, dass das Ego [also ich als Mensch und nicht als reiner Geist] eine Wirklichkeit jenseits seiner selbst [dem Himmelreich] nicht verstehen kann, erklärt dass, warum kein nonduales System eine intellektuell befriedigende Antwort auf diese Fragen geben kann.
Dieses gründet auf der Erklärung des Egomechanismus des Spaltens. Wenn der reine Geist sich spaltet, vergisst er, wovon er sich abgespalten hat, und ist sich nur dessen gewahr, wohin er sich abspaltet.
Das bedeutet, dass der getrennte Sohn Gottes nach dieser ersten Spaltung „vergessen“ hat, woher er kam und wer er in Wahrheit als Christus ist, und sich nur an seine Identität als nunmehr gespaltenes Selbst „erinnert“.
Deshalb hilft der Heilige Geist uns an das zu erinnern – unsere Identität – was wir vergessen haben.